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Angedacht

Monatsspruch August 2026

Jesus Christus spricht: Ich aber bringe allen, die zu mir gehören, das Leben – und dies im Überfluss.

Johannes Kapitel 10, Vers 10

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Geht es euch auch so, wenn ihr diesen Vers einfach mal ganz unvoreingenommen lest, dass ihr denkt: wow, so ein Leben im Überfluss wäre doch gar nicht mal so schlecht!

Aber kann Jesus das hier wirklich gemeint haben. Ist der Überfluss, von dem er hier spricht, gleichzusetzen mit einem ständig gefüllten Tisch oder einem prall gefüllten Bankkonto?

In anderen Übersetzungen heißt es: „ich bin gekommen, damit sie das Leben und volle Genüge haben sollen“ oder „Ich aber bin gekommen, um ihnen das Leben in ganzer Fülle zu schenken.“

Ich glaube, es geht bei dem, was Jesus uns zusagt, um ein erfülltes Leben. Das ist in meinen Augen nicht gleichzusetzen mit materieller Erfüllung.

Ein erfülltes Leben ist eines, das einen Sinn ergibt. Wir haben unser Leben nicht bekommen, nur um zu genießen. Sondern wir haben, wenn wir unser Leben als ein Geschenk Gottes ansehen, auch eine Aufgabe.

Wenn ich im beruflichen Kontext meine überwiegend (aus meiner Sicht) sehr jungen Kollegen und Kolleginnen sehe, dann ist es ihnen total wichtig, dass ihre Tätigkeiten, die sie im Büro ausüben auch einen Sinn ergeben. Als ich in deren Alter war, wurde nach dem Sinn der Aufgabe nicht gefragt. Da hieß es, das muss gemacht werden und dann hatte es gemacht zu werden. Früher war wirklich nicht alles besser.

Aber genau das ist es, was Jesus uns hier verspricht. Unser Leben hat einen Sinn, dann haben wir eine Aufgabe. Wir sollen sein Evangelium nicht nur leben sondern auch weitergeben. Wir sollen uns für ihn einsetzen, uns in der Gemeinde engagieren und ihn mit unserem Verhalten ehren.

Dies soll keine abschließende Aufzählung sein. Dem einen oder anderen mag an dieser Stelle durchaus noch mehr einfallen.

Aber ich denke, es wird klar, was ich meine. Mit diesen Aufgaben gibt uns Gott einen Sinn für unser Leben und das stellt auch die von Jesus versprochene Erfüllung dar.

Und das Gute ist, er lässt es nicht dabei bewenden. Er stellt sich nicht nur hin und lässt uns dann mit unseren Aufgaben allein. Wir dürfen ihn jederzeit um Hilfe bitten und er hat uns diese Hilfe auch zugesagt. Wir dürfen bei ihm auftanken, uns in seine Hände fallen lassen und auf seine Hilfe vertrauen.

Ich denke, dass ein auf diese Weise erfülltes Leben uns dankbar und zufrieden werden lässt. Zufriedener als es ein prall gefülltes Bankkonto je könnte, weil diese Zufriedenheit und Dankbarkeit langfristiger währt als ein kurzes Glücksgefühl über ein neues Kleidungsstück o.ä.

Ich wünsche euch in diesem Sinne einen erfüllten Sommer.

Matthias Heidebrecht

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