
Kein Aprilscherz: Der Beginn der Osterferien am 1.April war der Grund dafür, dass die A7 Richtung Dänemark wie gewohnt überfüllt war; und das war der Grund dafür, dass es einen langen Stau gab; und das war der Grund dafür, dass unser Referent, Leonid Dolganovsky von den Juden für Jesus) fast seine eigene Veranstaltung verpasst hätte; und das war wiederum der Grund dafür, warum wir nicht noch schnell das vergessene Mazzah-Brot besorgen konnten; und das wiederum war der Grund dafür, dass die meisten Teilnehmer nicht in den Genuss der Massen von scharfem Meerrettich gekommen sind, was die meisten sicher nicht bedauern, aber der Charoset-Brei hätte sich schon gelohnt, der sah aber für die meisten irgendwie zu ungewohnt aus.
Charoset ist der braune, süße Brei aus Äpfeln, Walnüssen, Rosinen und Rotwein, der von seiner Konsistenz her an den Mörtel erinnern soll, mit dem die Israeliten in Ägypten Ziegel brennen mussten. Das haben wir an diesem Passah-Abend ebenso gelernt wie die Bedeutung von Petersilie und Ei, von Meerrettich und Zwiebel, von Mazzah-Tasche und Afikomen oder von den 4 Kelchen, die bei einem Passah-Fest auf dem Tisch stehen.
Einen Einblick in so einen jüdischen Passah-Ablauf zu bekommen, wie er heute bei den Juden gefeiert wird, war schon interessant. Dazu aber noch einen Jesus-gläubigen Juden mit einer etwas ungewohnten Mentalität zu hören, der den Bezug zum Leiden und Sterben Jesu Christi erklärt, war natürlich eine Steigerung. Und diesem Menschen auch noch die Begeisterung über Jesus abspüren zu können, das war ein Erlebnis, das sich rund 90 Besucher in einer bis fast auf den letzten Platz besetzten Kreuzkirche nicht entgehen lassen wollten. Und am Ende des Abends sagte dann doch noch einer: „Sowas haben wir noch nie gesehen“.
Thomas Schulze